Die Narrenzunft - Narrenzunft Deißlingen e.V.

Narrenzunft Deißlingen e.V.
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Die Narrenzunft

So hätt`s agfanga

Im Jahre 1924 haben ein paar beherzte Männer die Narrenzunft gegründet.
Als Symbolfigur wurde der Hagen in den Mittelpunkt gestellt.
Dies greift auf eine Tatsache zurück, die 1910 geschehen ist.
Im Deißlinger Farrenstall sollten einem bereits gekörten,
zur Zucht herangewachsenen Bullen (Hagen),
wie es allgemein üblich ist, ein Nasenring durchgezogen werden.
Das Tier verstand die Welt nicht mehr, dass ihm ein Metallstück verpasst werden sollte.
Der junge Hagen wurde ganz wild, mit rollenden Augen
und bebenden Nüstern sah er die Tierquälerei
an und stemmte sich der Prozedur entgegen.
Weil man mit dem schnaubenden Hagen auch mit vereinten Kräften nicht fertig wurde,
kam man auf die trickreiche Idee, mit einem Seil den Kopf des Tieres
durch den Futterladen zu ziehen, um so Herr der Lage zu werden.
Gemeinsam und mit großer Kraftanstrengung gelang dies.
Der Hagen wurde ruhiger - es sollen die Worte gefallen sein: „De geit si“.
Als der Schmied den Nasenring angebracht hatte, war man sehr froh,
ließ das Seil nach und es gab einen dumpfen Schlag.
Das Vatertier hatte, ohne sein Erbgut weitergegeben zu haben,
den letzten Schnaufer getan, er wurde verwürgt.
Die Verantwortlichen dieses Tun wollten natürlich diese Handlung vertuschen;
vor der Obrigkeit auf dem Rathaus, aber auch im Ort sollte nichts herauskommen.
Das verendete Tier wurde an einen Schwenninger Metzger abgegeben,
der das Ochsenfleisch an den Mann brachte, gleichzeitig aber auch dafür sorgte,
dass der Schwabenstreich der Deißlinger bekannt wurde.
14 Jahre dauerte es bis die eingangs erwähnte Narrenzunft gegründet wurde.
Man trug jetzt offiziell den Namen „Hagenverwürger“.
Die ersten Maskenbälle fanden im Gasthaus „Hohenzollern“ statt.
1926 redete man von einem „Haufen“ Narrenkleidle, die gemacht worden seien.
Diese wurden dem Sattler Storz zugeschrieben,
der jedes Jahr sein Fransenkleid gezeigt habe.
Obernarren der ersten Stunde seien auch der Schweizer Konrad,
der Hertkorn Anton (jahrelang für des Narrenblättle verantwortlich),
der Schweizer Ernst, der Hans Höflein sen. und der Kunz Wilhelm gewesen.
1928 wurde von einer eiskalten Fasnet berichtet.
Immer wieder hätten die Narren einen „Jutzger“ lassen müssen,
damit ihnen das Gesicht nicht eingefroren sei.
Um die eingefrorenen Musikinstrumente aufzutauen,
seine die Musiker von Wirtschaft zu Wirtschaft gezogen.
Von der Gründung der Narrenzunft bis zum Kriegsausbruch wurde oft
mit einfachsten Mitteln „Fasnet gemacht“, ob im Nachthemd,
oder im selbstgefertigten Narrenhäs, „g`fasnet woare ischd äbbl“!
Ein Eimer Most hat häufig das Bier ersetzt.
Nach dem zweiten Weltkrieg verbot die Besatzungsmacht das närrische Treiben.
Der Humor und die Freud` konnte den Leuten nicht verboten werden
und man habe wieder von vorne angefangen.
Die „Alten“ waren die Männer der ersten Stunde,
sowie Rudolf Haaga, Erich Schilling, und das „Konsume Menrädli“.
Die Gründungsversammlung erfolgte am 22. Januar 1949 im Gasthaus Löwen.
Auf der Suche nach einer modernen Gestaltung der Fasnet
nahm man sich den rheinischen Karneval zum Vorbild
und baute alljährlich Wagen zu aktuellenThemen.
Eine Prinzessin und ein Prinz wurden gekürt.
Der Elferrat in roten Umhängen und Mainzer Narrenkapp,
zogen zum Klang des „alten Jägermarsches“ durchs Dorf.
In der Generalversammlung am 5. Dezember 1954 wurde das Prinzenpaar abgewählt,
da die Kosten zu hoch wurden.
1954 komponierte Otto Sauter den Hagenverwürger-Marsch ,
ohne den man sich heute keinen Fasnetumzug- oder Veranstaltung vorstellen kann.
Der Text wurde von Romuald Hengstler dazu gemacht,
der alle auffordert – vu hott, wischd – kummet hear ihr Narre!
Im Jahre 1961 wurde die Idee für das Hagenverwürgerkleidle geboren.
Albert Haller und Romuald Hengstler haben den lang gehegten Wunsch
in die Tat umgesetzt und die heut bekannte Maske geschaffen.
Die Zunft hat damit eine neue Ära eingeläutet.
Dies alles schaffte auch den Anschluss an das verwurzelte Brauchtum
der schwäbisch-alemannischen Fasnetskultur.
Im Jahre 1966 wurde die Vereinigung
Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg gegründet.
Die Hageverwürger aus Deißlingen gehören zu den Gründungsmitgliedern.
1969, ganze drei Jahre alt, rief der Freundschaftsring zum Narrentreffen nach Deißlingen.
17 Zünfte und weit über tausend Maskenträger folgten der Einladung
und gaben bei schönstem Winterwetter
den vielen Besuchern ein Bild traditionellen Fasnachtsbrauchtum.
Erstmals wurde der neu eingekleidete Narrenrat präsentiert
und Zunftmeister Erhard Moritz freute sich über die vielen Besucher an der Umzugsstrecke.
In der Hauptversammlung 1972 stellte Josef Jerger das erste „Trachtepärle“ vor.
Aus den Reihen der Narren nämlich war der Wunsch gekommen,
die alte Deißlinger Tracht wieder aufleben zu lassen, nach alten Bildern,
vorhandenen Schappeln und Schaufelkappen; ja sogar eine Originaltracht wurde aufgetrieben,
so dass die ehemalige Tracht wieder naturgetreu gefertigt werden konnte.
15 Paare wurden völlig neu eingekleidet und feierten mit,
als an der Fasnet 1975 die Narrenzunft ihr 50jähriges Bestehen beging.
Der 60. Geburtstag der „Hagenverwürger“ wurde im kleinern Rahmen begangen,
es waren nur acht befreundete Zünfte und mehrere Musikkapellen eingeladen.
Mehr sollten es nicht sein, da die Unterbringung aus Platzgründen problematisch war.
Doch die Narren waren begeistert, ebenso die Zuschauer und Gäste,
die immer wieder dem „Hage“ das „Muh“ als Antwort entgegenriefen.
Im Jahre 1993 feierte der Freundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg sein 25jähriges Bestehen.
Gastgeber des Jubiläumsringtreffen war die Narrenzunft Deißlingen.
Während dreier unvergesslicher Tage konnte
Zunftmeister Hubert Lissy über 5000 Hästräger im „Narrennest“ Deißlingen willkommen heißen.
Dieses Jubiläum war auch der würdige Rahmen für
die Narrenzunft ihr neues Narrenkleidle zu präsentieren.
Der einheimische Künstler Romuald Hengstler hatte die Fertigstellung der neuen Figur,
das“Hoarn“(Horn) für die Fasnet 1993 zugesagt, und so konnte
es beim Brauchtumsabend am Freitagabend der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
1999 konnte die Narrenzunft ihren 75. Geburtstag feiern,
der mit einem großen Umzug seinen Höhepunkt erlebte,
zahlreiche Narren zogen, unterstützt von etlichen Musikkapellen durch Deißlingen
und boten den Zuschauern einen bunten Querschnitt der schwäbisch-alemannischen Fasnet.
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